Diorama lebendiger Geschichte

In Chewsurien soll man, so formulierte es Essad Bey, „für immer vor allen Gefahren geborgen [sein]“. Das ist eine traumhafte, eine verlockende Vorstellung. Doch das Tal der Chewsuren liegt im Kaukasus, jenem zentralasiatischen Flaschenhals, der Asien von Europa trennen oder verbinden kann. Dort gibt es neben einer beachtlichen Anzahl unterschiedlicher Sprachen und Kulturen immense Bodenschätze, die das Gebiet seit jeher zu einem Spielball der jeweiligen Großmächte machen. Es sieht ganz danach aus, als sei die Bergregion mitnichten so friedlich, wie es von Bey dargestellt wurde.

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Ellis, Bret Easton: Imperial Bedrooms Drucken E-Mail
Sonntag, den 05. Dezember 2010 um 18:17 Uhr

Diese Wunden heilt die Zeit nicht

Das Urteil wird verkündet, als Clay das Bekenntnis der untalentierten, aber jungen Schauspielerin Rain, dass Typen in ihrem Alter schrecklich seien, erwidert: „Das sind Typen in meinem Alter auch“, stellt er lakonisch fest. Zwischen Clay und Rain liegen rund fünfundzwanzig Jahre, eben jene Zeit, die seit den Erlebnissen aus „Unter Null“, dem Debütroman von Bret Easton Ellis, und dessen designierter Fortsetzung‚ „Imperial Bedrooms“, vergangen ist.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 05. Dezember 2010 um 18:30 Uhr
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Linearität und Inspiration Drucken E-Mail
Freitag, den 12. November 2010 um 16:48 Uhr

Wie Rainald Grebe einmal aus Abneigung gegen Langeweile die Kreativität gefördert hat

Neulich las ich in einer Zeitung ein Interview mit Rainald Grebe, einem irrsinnig komischen Chansonnier und Kabarettisten, der mit seiner kauzigen Zeitgeistkritik mittlerweile richtig gut Geld verdient. Ich erhoffte mir Antwort auf die Frage, ob die gestiegenen Kosten für eine Eintrittskarte zu einem seiner Konzerte und die Anreise zum entfernt gelegenen Auftrittsort gerechtfertigt seien. Eine Frage, die ich mir letztlich nur selbst beantworten konnte, denn was Grebe anbetraf war mir ohnehin bewusst, dass ein vielköpfiges „Orchester der Versöhnung“ kostspieliger als die bisherige, vergleichsweise bescheidene, „Kapelle der Versöhnung“ sein musste.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 18. November 2010 um 11:14 Uhr
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Vonnegut, Kurt: Ein dreifach Hoch auf die Milchstrasse! Drucken E-Mail
Samstag, den 30. Oktober 2010 um 14:50 Uhr

Keine glaubwürdigen Fälschungen

Literarische Erzeugnisse von hohem ästhetischem Erfahrungswert werden häufig durch die profane Notwendigkeit eines einträglichen Broterwerbs verhindert. Einige Autoren verdienten ihr Geld als Lehrer oder Journalisten. Eine Doppelstrategie, die endet, wenn ein pekuniärer oder künstlerischer Triumph des Schriftstellers es erlaubt oder die endgültige Akzentverschiebung zugunsten des Lohnberufs es erfordert.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 30. Oktober 2010 um 16:05 Uhr
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Pynchon, Thomas: Natürliche Mängel Drucken E-Mail
Samstag, den 06. November 2010 um 10:25 Uhr

Das allgegenwärtige Böse

Jedes Mal, wenn Thomas Pynchon die Handlung eines neuen Buches nach Kalifornien verlegt, bescheinigen die Kritiker diesem Werk eine bessere Lesbarkeit oder größere Eingängigkeit als dem jeweiligen Vorgänger. Es scheint, als würden die Sonne und die Lebensart Kaliforniens, gleich einem entspannten Trip, immer mal wieder Eingang in die Bücher des Autors finden. So war es zunächst bei „Die Versteigerung von No. 49“, dann wieder bei „Vineland“ und ist nun auch bei „Natürliche Mängel“ der Fall. Das offenbart einerseits eine kontextuale Kontinuität, andererseits aber auch willkommene Brüche zwischen den schwer verdaulichen literarischen Schwergewichten, die Pynchon sonst schreibt und die den Literatur-Exegeten verlässlich Freudentränen in die Augen treiben.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 05. Dezember 2010 um 18:32 Uhr
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Reiss, Tom: Der Orientalist Drucken E-Mail
Freitag, den 29. Oktober 2010 um 17:05 Uhr

Diorama lebendiger Geschichte

In Chewsurien soll man, so formulierte es Essad Bey, „für immer vor allen Gefahren geborgen [sein]“. Das ist eine traumhafte, eine verlockende Vorstellung. Doch das Tal der Chewsuren liegt im Kaukasus, jenem zentralasiatischen Flaschenhals, der Asien von Europa trennen oder verbinden kann. Dort gibt es neben einer beachtlichen Anzahl unterschiedlicher Sprachen und Kulturen immense Bodenschätze, die das Gebiet seit jeher zu einem Spielball der jeweiligen Großmächte machen. Es sieht ganz danach aus, als sei die Bergregion mitnichten so friedlich, wie es von Bey dargestellt wurde.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 29. Oktober 2010 um 19:11 Uhr
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